12 Alltagsgeräte in jeder Küche, die einst verspottet wurden
Diese Erfindungen hat man anfangs belächelt
Gegenstände wie Gabel und Tupperdose, Toaster und Mikrowelle gehören längst zu unserem Alltag. Doch viele der heute so selbstverständlichen Küchenutensilien waren zunächst alles andere als erfolgreich.
Klicken oder scrollen Sie hier durch zwölf Erfindungen aus der Welt des Essens und Trinkens, die man früher für unpraktisch oder sogar Schnapsideen hielt – bevor sie alles verändert haben ...
Adaptiert von Barbara Geier
Die Gabel
Aus heutiger Sicht gibt es keinen Zweifel: Gabeln sind extrem praktisch. Als sie zum ersten Mal auf der Bildfläche erschienen, sahen viele ihre Vorteile gegenüber dem Benutzen der Hände beim Essen allerdings nicht. Möglicherweise, weil das ursprüngliche Design nur zwei Zinken zum Aufspießen von Lebensmitteln und zum Festhalten beim Fleischschneiden hatte.
Es gibt Belege dafür, dass Gabeln schon zur Zeit der alten Griechen verwendet wurden. Die Gabel, wie wir sie heute am Esstisch kennen, soll allerdings während des Byzantinischen Reiches (ab 395 n. Chr. bis ins 15. Jahrhundert) populär geworden sein.
Die Gabel
Ab dem 10. Jahrhundert verbreitete sich der Gebrauch von Gabeln in Italien und Frankreich. In Großbritannien war man skeptischer. Gabeln wurden als ein Ausdruck „weibliche Affektiertheit“ gesehen. Angeblich war sogar die Kirche gegen die Nutzung von Gabeln, da sie als übertriebener Luxus betrachtet wurden. Erst im 18. Jahrhundert setzten sich Gabeln wirklich durch, etwa zeitgleich mit der Entwicklung der vierzinkigen, gebogenen Form, wie wir sie heute kennen.
Sponsored Content
Die Lebensmittelkonserve
Während der französischen Revolutionskriege setzten Napoleon und die französische Regierung 1795 ein Preisgeld von 12.000 Francs für denjenigen aus, der ein dringliches Problem der Armee lösen konnte: die Konservierung von Lebensmitteln. Methoden wie das Räuchern und Einlegen von Essen waren bereits üblich. Nicht bekannt war allerdings, ob damit auch Bakterien in Schach gehalten werden konnten.
Der Kerzenmacher Nicolas Appert hatte dann die ungewöhnliche Idee, Lebensmittel in Champagnerflaschen zu lagern, sie ähnlich wie Wein zu verkorken und vor dem Erhitzen mit Wachs zu versiegeln.
Die Lebensmittelkonserve
Apperts Methode brachte ihm Napoleons Preis ein. In den Folgejahren verfeinerte er seine Erfindung und wechselte von Glasbehältern zu Blechdosen. Allerdings gab es noch keine Dosenöffner und die robusten Deckel der schweren Dosen mussten per Meißel geöffnet werden. Auch andere Erfinder arbeiteten an Patenten. Die Methoden erwiesen sich jedoch sowohl für die Hersteller als auch für die Verbraucher als zu kostspielig. Erst mit kleineren Blechdosen und der Erfindung des Dosenöffners startete der weltweite Siegeszug der Konservendose.
Der Eiswürfel
Als Frederic Tudor (im Bild) im Jahr 1806 Eis vom Landsitz seiner Familie in Boston in die Karibik verschiffen wollte, waren sich alle sicher, dass dieses Projekt scheitern würde. Tudor war allerdings überzeugt von seiner Geschäftsidee: Wer würde nicht gerne mit einem kühlen Getränk in der Sonne sitzen? Er kaufte ein Schiff, schickte seine erste Lieferung nach Martinique – und wurde nicht nur von den Medien verspottet, sondern auch von den Inselbewohnern ignoriert. Sein Eis stieß auf wenig Interesse.
Sponsored Content
Der Eiswürfel
Nachdem der ehrgeizige Natureishändler aufgrund seiner Schulden sogar im Gefängnis gelandet war, zahlte sich seine Beharrlichkeit schließlich doch aus. Tudor war in ganz Amerika unterwegs, um skeptische Barkeeper und sogar medizinische Fachleute davon zu überzeugen, Kunden und Patienten gekühlte Getränke zu servieren. In den 1830er-Jahren hatte er es schließlich geschafft: Der jetzige „Eiskönig“ verschiffte Tonnen von Eis aus Boston in andere US-Städte und nach Übersee – und sein Natureis war zu einem wichtigen Handelsgut geworden.
Der Kühlschrank
Der Kühlschrank ist wohl die einflussreichste Erfindung, wenn es um Lebensmittel und Getränke geht. Aber auch er wurde anfangs nicht mit offenen Armen empfangen. Vor der Erfindung der Elektrizität und Kältetechnik wurden Lebensmittel in kaltem Wasser an Flüssen und in Eishäusern (im Bild) gelagert – spezielle Gebäude mit verschiedenen Isolierungen. Auch durch das Einlegen und Räuchern wurde Essen haltbar gemacht. Das erste Beispiel für künstliche Kühlung geht auf das Jahr 1748 zurück, als der schottische Professor und Arzt William Cullen die Grundlage für die moderne Kältetechnik erfand.
Der Kühlschrank
Nach diesen Anfängen dauerte es noch mehr als ein Jahrhundert, bis es in den 1860er-Jahren erste brauchbare Anwendungen gab – zuerst industriell hergestellte Eisschränke und dann im Jahr 1913 den ersten elektrischen Kühlschrank. In den USA war Eis zu dieser Zeit nach Baumwolle das zweitgrößte Exportgut. Daher lehnten Unternehmen die Kühlschrank-Idee zunächst ab, da sie die Eisindustrie und Arbeitsplätze schützen wollten.
Kühlschränke galten zudem als Luxusartikel, der unerschwinglich teuer, laut und wartungsintensiv war. Das Ende der Geschichte kennen wir alle: Technologische Weiterentwicklungen haben den Kühlschrank zu einem praktischen Haushaltsgerät gemacht, ohne das wir nicht mehr auskommen könnten.
Sponsored Content
Der Schneebesen
Die ersten Schneebesen wurden aus Apfel-, Birken- oder Weidenzweigen hergestellt, die zu Bündeln zusammengebunden wurden. Die natürlichen Holzsäfte verliehen den Speisen zwar einen besonderen Duft, ihren eigentlichen Zweck des Mischens erfüllten die Zweig-Schneebesen allerdings nur unzureichend. Erst mit der Erfindung der Drahtversion Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Gerät brauchbarer. Das genaue Erfindungsdatum des Schneebesens in seiner heutigen Form ist nicht bekannt, allerdings soll es vor 1841 gewesen sein.
Der Schneebesen
Sein tropfenförmiges Design und die flexiblen Stahldrähte machten den Schneebesen perfekt geeignet für das Rühren in runden Schüsseln. Im späten 19. Jahrhundert, als luftige Gerichte wie Baisers besonders beliebt waren, wurden Schneebesen mit einer Handkurbel erfunden. Amerikaner schienen diese der vorherigen Version vorzuziehen, doch als die berühmte US-Kochbuchautorin Julia Child (im Bild) 1963 bei ihrem ersten Fernsehauftritt die Vorzüge des „altmodischen“ Schneebesens anpries, kam das Gerät im Land wieder in Mode.
Die Kaffeemaschine
Wie wir Kaffee zubereiten, hat sich in den letzten 200 Jahren extrem verändert. Der sogenannte Kaffee-Perkolator war eine der ersten „Maschinen“. Er bestand aus einer Kanne, bei der Wasser unten und gemahlener Kaffee oben auf dem Herd erhitzt wurden. Als sich die Kaffeekultur im 19. Jahrhundert in ganz Europa ausbreitete, erwies sich dieses Verfahren für ungeduldige Kunden jedoch als zu langsam. Dies war der Moment für den Italiener Angelo Moriondo, der 1884 die erste Espressomaschine erfand und patentieren ließ.
Folgen Sie uns schon? Klicken Sie oben auf das Pluszeichen und lesen Sie mehr von loveFOOD
Sponsored Content
Die Kaffeemaschine
Mit dieser Maschine war der Kaffee zwar schnell gemacht, durchsetzen konnte sie sich aber dennoch nicht. Sie konnte nur in großen Mengen brühen und das Ergebnis ähnelte mehr einem Filterkaffee als einem Espresso, was das bevorzugte Getränk war. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelten italienische Erfinder die Idee weiter und verbesserten die Filter- und Erhitzungsmethoden für das gewünschte Endprodukt. Abgesehen von den automatischen Kaffeemaschinen, die heutzutage in fast jedem Haushalt stehen, sind traditionelle Methoden wie Perkolatoren und Filterkaffee weiterhin sehr beliebt.
Der Toaster
Hätten Sie’s gewusst? Das Wort „Toast“ kommt aus dem Lateinischen: „tostum“ bedeutet so viel wie „versengen“ oder „verbrennen“. Lange bevor es Elektrizität gab, nutzten die alten Römer diese Methode, um Brot zu konservieren. Dafür wurden Brotscheiben mit einer langen Gabel über ein offenes Feuer gehalten oder auf einen Rost gelegt. Von diesen Anfängen trat getoastetes Brot seinen Siegeszug in ganz Europa und auf dem amerikanischen Kontinent an.
Der Toaster
Der D-12-Toaster von General Electric, der 1909 von Frank Shailor patentiert wurde, gilt als der erste kommerzielle Toaster. Es gab allerdings ein Problem: Das Gerät konnte immer nur eine Seite des Brotes erhitzen, sodass die Scheibe Brot manuell umgedreht werden musste. 1913 löste die Copeman Electric Stove Company das Problem, indem sie einen Toaster auf den Markt brachte, der das Brot wendete. 1921 patentierte der US-amerikanische Erfinder Charles Strite den automatischen Pop-up-Toaster, bei dem der fertige Toast so aus dem Gerät schnellt, wie wir es heute kennen.
Sponsored Content
Elektrischer Reiskocher
Reis wurde in Japan traditionell in einem Kamado-Herd gekocht, der mit Holz oder Kohle befeuert wurde. Bei diesem Verfahren war es allerdings schwierig, die richtige Wärmeintensität zu erreichen. Im Jahr 1923 stellte Mitsubishi Electric den ersten elektrischen Reiskocher vor. Zu dem Zeitpunkt hatten viele Haushalte jedoch noch keinen Strom und das Gerät wurde vor allem auf Schiffen eingesetzt. Manuelle Geräte, die in den 1940er- und 1950er-Jahren eingeführt wurden, kamen bei den Kunden nicht gut an.
Elektrischer Reiskocher
Als der japanische Technologiekonzern Toshiba zwischen 1951 und 1955 den ersten automatischen Reiskocher für den Hausgebrauch entwickelte, revolutionierte dies die Reiszubereitung, obwohl die Verkaufszahlen anfangs gering waren. Die Hersteller verbesserten das Design und die Technologie für mehr Arten des Kochens und verschiedene Reissorten und 1980 stand in rund 95 Prozent aller japanischen Haushalte ein automatischer Reiskocher. Heute finden sich die Geräte in Küchen auf der ganzen Welt.
Fertiggerichte aus dem Tiefkühler
Das New Yorker Unternehmen Maxson Food Systems verkaufte bereits 1945 Tiefkühlgerichte an Fluggesellschaften, angeblich war es jedoch ein Vertreter der US-Lebensmittelfirma Swanson, der 1954 das Konzept für tiefgekühlte Fertiggerichte entwickelte.
Der pfiffige Vertreter wollte seinem Arbeitgeber helfen, 260 Tonnen Truthahn zum traditionellen Thanksgiving-Fest vor der Verschwendung zu bewahren. Dabei kam ihm die Idee, ein tiefgefrorenes Thanksgiving-Gericht in einer Schachtel zu servieren.
Sponsored Content
Fertiggerichte aus dem Tiefkühler
Es begann der Siegeszug der Fertiggerichte: Weil zu der Zeit immer mehr Frauen berufstätig waren, wurde das fertige Abendessen vor dem Fernseher in Amerika zu einer bequemen Option für Ehefrauen und Mütter und dort deshalb auch „TV Dinner“ genannt. Nicht alle waren jedoch begeistert: Angeblich erhielt die Firma Swanson zahlreiche Briefe von Männern, die ihre selbstgekochten Mahlzeiten vermissten.
Weil immer mehr Haushalte mit einem Fernseher ausgestattet waren, sorgten geschickte Marketingkampagnen dafür, dass das Essen von Fertiggerichten vor dem Fernseher einen festen Platz in der amerikanischen Kultur einnahm. Sogar der ehemalige US-Präsident Ronald Reagan (links im Bild) entpuppte sich als Fan ...
Die Tupperdose
Bei „Tupper“ denkt jeder an die Aufbewahrung von Lebensmitteln. Das erste Tupperware-Produkt kam bereits 1946 in den USA auf den Markt – und die Anfänge der heute weltweit bekannten Marke liegen überraschenderweise in einer Farbdose:
Der Chemiker Earl S. Tupper (im Bild) arbeitete in einer Kunststofffabrik und hatte die Idee, Vorratsdosen mit einem luft- und wasserdichten Verschluss zu entwickeln, wie man ihn auch von Farbdosen kennt. Dies sollte für weniger Lebensmittelverschwendung sorgen.
Die Tupperdose
Die Medien waren von den Kunststoffvorratsdosen mit Sicherheitsverschluss sehr angetan. Die Verbraucher allerdings weniger, da die Behälter schwer zu öffnen waren und die Art und Weise der Nutzung erst erklärt werden musste. Die berühmten Tupper-Partys – eine damals geniale Verkaufstaktik – lösten dieses Problem, da die Produkte Zuhause beim Kunden demonstriert werden konnten.
Sponsored Content
Die Mikrowelle
Kurz vor Beginn des Kalten Krieges wurde der US-amerikanische Wissenschaftler Percy Spencer 1946 vom Militär mit der Entwicklung der Magnetrontechnologie beauftragt. Dadurch sollten Radargeräte leistungsfähiger werden, die unerlässlich waren, um mögliche sowjetische Bedrohungen aus der Luft zu erkennen. Beim Experimentieren stellte Spencer fest, dass das Magnetron hitzeerzeugende Mikrowellen abstrahlte, die einen Schokoriegel in seiner Tasche zum Schmelzen gebracht hatten.
Die Mikrowelle
Ein Jahr später und nach Experimenten mit Eiern und Popcorn brachte Spencer den „RadaRange“ auf den Markt. Dieser kommerzielle Mikrowellenherd basierte auf der elektromagnetischen Magnetrontechnologie und hatte ein Problem: Sein Gewicht und seine Größe. Das 340 Kilogramm schwere und 1,82 Meter hohe Riesengerät wurde, wenig erstaunlich, nicht zum Verkaufserfolg. Es dauerte weitere 20 Jahre, bis die Technologie die Entwicklung von kleineren und erschwinglichen Geräten ermöglichte, sodass die Mikrowelle zu dem beliebten Küchenutensil wurde, die sie heute ist.
Die Heißluftfritteuse
Es hat eine Weile gedauert, bis Heißluftfritteusen die Beliebtheit erreichten, die sie heute haben. Die erste Fritteuse dieser Art – auch als Airfryer bekannt – wurde 2010 von der US-amerikanischen Marke Philips auf den Markt gebracht. Entworfen und patentiert wurde sie von dem niederländischen Erfinder Fred van der Weij, der auf eine gesündere Art und Weise frittieren wollte. Sein einfaches Konzept: Heiße Luft zirkuliert mit hoher Geschwindigkeit im Inneren des Geräts.
Sponsored Content
Die Heißluftfritteuse
Das Problem dabei war, dass vielen Verbrauchern der Unterschied zum normalen Umluftofen nicht klar war. Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie wurde das Gerät dann doch noch populär, da mehr zu Hause gekocht und Rezepttipps in den sozialen Medien ausgetauscht wurden. Mittlerweile sind Airfryer auf der ganzen Welt beliebt, vor allem bei Menschen, die gesündere Mahlzeiten zubereiten und neue Kochtrends ausprobieren möchten.
Folgen Sie uns schon? Klicken Sie oben auf das Pluszeichen und lesen Sie mehr von loveFOOD